Mensch sein heißt wohnen.

In seinen philosophischen Überlegungen von 1951 zum Bauen und Wohnen, spricht Martin Heidegger dem Wohnen eine ganz elementare und existentielle Bedeutung zu: “ Mensch sein heißt: als Sterblicher auf der Erde sein, heißt: „wohnen“.“ Und in der Tat: Jeder Mensch wohnt — irgendwo und irgendwie.

Bemüht man ein etymologisches Wörterbuch, so erschließt sich die vieldimensionale Bedeutung des Wortes „wohnen“. Das Wort leitet sich vom althochdeutschen Wort „wonen“ ab. Seinem Ursprung nach bedeutet es „gern haben“ und „wünschen“. Es beinhaltet auch die Elemente des Behaglichen und Geruhsamen. Ableitungen daraus sind „sich gewöhnen“ und „gewohnt sein“ — Zustände also, die eine Vertrautheit bezeichnen. Auch die Bedeutungen „verweilen“, „bleiben“, „sein“ werden genannt und verweisen auf eine gewisse Dauerhaftigkeit und Ortsbindung. Schon an diesem weiten Bedeutungsfeld sehen wir, dass es sich beim Wohnen um weit mehr als um den Aufenthalt in vier wie immer auch gearteten Wänden handelt. Wohnen ist vielmehr ein elementares Bedürfnis des Menschen.

Ganz gleich wo und wie wir wohnen — die Behausung erfüllt das Bedürfnis nach Schutz, Geborgenheit, Vertrautheit. Und sie stiftet Identität. Sie gibt Raum für das Eigene, für Gedanken und Träume. Hier sind wir Mensch, hier dürfen wir sein. Hier empfangen wir Freunde und finden Schutz vor Feinden. Das ist sogar im bürgerlichen Gesetzbuch geregelt: Hausfriedensbruch stellt einen juristischen Straftatbestand dar. Wir bestimmen, wer unser Haus, unsere Wohnung betreten darf — wann und wie oft. Unsere Wohnung ist unsere dritte Haut — Hort der Geborgenheit und gleichzeitig Ausdruck unserer Individualität. Wie wir uns darin einrichten, hängt von unseren Bedürfnissen ab, von unseren Werten, unserem Stil- und Geschmacksempfinden und — nicht zuletzt — auch von Moden, Zeitgeist und Trends.

Etymologische Bedeutung von „Wohnen“

Mhd. „wonen“, ahd. „wonen“ = „sich aufhalten“, „bleiben“, „wohnen“, „gewohnt sein“, got. „unwunands“ = „sich nicht freuend“ (verneintes erstes Partizip), aengl. „wunian“ = „bleiben“, „wohnen“, „gewohnt sein“, aisl. „una“ = „Behagen empfinden“, „zufrieden sein“, „bleiben“ gehören zu der unter „gewinnen“ dargestellten idg. Wurzel. Die eigentliche Bedeutung des Verbs ist demnach „nach etwas trachten“, „gern haben“, woraus sich die Bedeutungen „Gefallen finden“, „zufrieden sein“, „sich gewöhnen“ (vgl. „gewohnt“) und schließlich die heute allein bestehende Bedeutung „wohnen“, „sich aufhalten“ entwickelt haben.
(zitiert nach Duden Herkunftswörterbuch)

 

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