Weiterbildung finanzieren: Investition in den beruflichen Aufstieg

In den letzten 20 Jahren hat ein Großteil der Unternehmen Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter kontinuierlich zurückgefahren. Natürlich gibt es auch rühmliche Ausnahmen und eine aktuelle Tendenz zu stärkerer Förderung. Doch Weiterbildung wird in der Regel noch als private Angelegenheit des Arbeitnehmers angesehen.

Was Initiative und Einsatz anbelangt, ist das ja gut so. Aber Weiterbildung kostet nebenbei Geld, das nicht im Überfluss vorhanden ist.

Die meisten Menschen kommen zwischen ihrem 30. und 40. Geburtstag in die erste Phase der grundlegenden Weiterbildung. Das ist genau in der Zeit, in der auch andere Träume wie das eigene Haus und die Familie große finanzielle Anstrengungen erfordern. Trotzdem muss auch in einer solchen Lebensphase niemand auf Weiterbildung verzichten. Denn die nötigen Mittel lassen sich beschaffen.

So lässt sich Weiterbildung finanzieren

Auf allen Ebenen der Gesellschaft, bei staatlichen Institutionen, bei politischen Initiativen, in den Betrieben und bei Banken setzt sich allmählich die Überzeugung durch, dass Bildung und Wissen die größte Anforderung der kommenden Jahrzehnte ist. Deshalb ist die Bereitschaft gewachsen, darüber nachzudenken, wie Weiterbildung finanziert werden kann. Einige Lösungen gibt es schon heute:

1. Suchen Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber. Wenn das Unternehmen den Wunsch nach Weiterbildung mitträgt, beteiligt es sich immer häufiger auch an den Kosten. Im Gegenzug wird meist eine vertragliche Regelung gesucht, die den Arbeitnehmer längerfristig an das Unternehmen bindet.

2. Nutzen Sie staatliche Förderung. Das so genannte „Meister-Bafög“ unterstützt Weiterbildungen in vielen Berufen.

3. Sprechen Sie mit Ihrer Bank. Wenn keine Förderung, kein Verwandtendarlehen, keine andere Lösung in Frage kommt, kann sich dieses Gespräch lohnen. Die Finanzierung Ihrer Weiterbildung lässt sich oft über einen einfachen Konsumentenkredit lösen.

Vereinzelt gibt es in Deutschland auch Stiftungen und Vereine, die berufliche Weiterbildung finanziell fördern. Diese und weitere Modelle privater und von Verbänden getragener Initiativen sind in unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz zurzeit jedoch noch stärker verbreitet. Sicher ist, dass sich auch bei uns in dieser Richtung bald sehr viel bewegt.

In Weiterbildung investieren zahlt sich aus

Die finanzielle Belastung durch Weiterbildung ist sehr unterschiedlich, je nach Fachbereich und Weiterbildungsinstitut. Die kostenaufwändigste Variante ist die Weiterbildung in Akademien und Schulen mit stationärem Schulbetrieb. Neben relativ hohen Kosten zwischen 8.000 und 20.000 Euro für 1-3 Jahre in Vollzeit, im Blockunterricht oder im Wochenendbetrieb fällt auch die Belastung durch Einkommensausfall, Unterbringung und Fahrtkosten an.

Günstiger ist die Variante Fernlehrgang: Für 30-42 Wochen Kursdauer bei freier Zeiteinteilung kosten Lehrmaterialien, Betreuung, Begleitseminare und intensive Prüfungsvorbereitung je nach Fachrichtung nur 3.800 bis 5.600 Euro. Und das ist auch nicht auf einmal zu bezahlen, sondern verteilt auf die gesamte Dauer des Lehrgangs in kleinen Monatsbeträgen.

Zu investieren ist natürlich in jedem Fall Zeit und Energie. Dass sich diese Investition lohnt, zeigen Hunderte Beispiele von Menschen, die durch ihre erfolgreiche Weiterbildung beruflich am Ziel ihrer Träume angekommen sind. Die einen vielseitigeren Job, mehr Verantwortung und ein ganzes Stück mehr Geld haben.

Weiterbildung auch für ältere Arbeitnehmer

Fortbildung in der Generation 50 plus steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der Universität Frankfurt am Main gibt es bei uns im Vergleich zu anderen Industrienationen erhebliche Defizite. Zwar ist das Rentenalter auf 67 erhöht worden, Weiterbildung älterer Arbeitnehmer ist jedoch trotzdem noch nicht Brennpunkt des Interesses. Obwohl es eine entscheidende Rolle spielt, leistungs- und konkurrenzfähig zu bleiben, sind Konzepte für lebenslanges Lernen hierzulande wenig verbreitet. Während in Schweden rund 30 Prozent der 55- bis 64-Jährigen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, sind es in Deutschland nur etwa drei Prozent. Da gibt es noch eine Menge Handlungsbedarf.

Im Übrigen: In Neuseeland, Schweden, Norwegen und der Schweiz sind nach der Studie 65 bis 70 Prozent der Menschen zwischen 55 und 64 Jahren erwerbstätig, in Island sogar 85 Prozent. Deutschland liegt mit einer Quote von 46 Prozent zurzeit weit darunter.

Meister-BAföG

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) unterstützt die berufliche Aufstiegsfortbildung finanziell und erleichtert die Gründung von Existenzen. Das Gesetz ist ein umfassendes Förderinstrument für die berufliche Fortbildung – unabhängig davon, in welcher Form sie durchgeführt wird. Vollzeit, Teilzeit, schulisch, außerschulisch, mediengestützt oder als Fernunterricht, das spielt keine Rolle. Die Antragstellerinnen und Antragsteller dürfen noch nicht über eine berufliche Qualifikation verfügen, die dem angestrebten Fortbildungsabschluss mindestens gleichwertig ist. Eine Altergrenze besteht nicht.