Tagesmutter, Tagesvater – ein Beruf mit Zukunft!

Bis vor kurzer Zeit gehörte Deutschland bei der Kinderbetreuung noch zu den Schlusslichtern in Europa. Besonders bei der Betreuung der unter Dreijährigen klaffte eine riesige Lücke zwischen Bedarf und Angebot – wobei der Unterschied zwischen den neuen und den alten Bundesländern gewaltig war.

Während im Jahr 2004 im Osten der Republik die Versorgungsquote bei 36% lag, gab es im Westen für gerade einmal 2,7% der Kleinkinder Krippenplätze. Das heißt: Nicht einmal 3 von 100 Kindern in den alten Bundesländern hatten die Chance auf Betreuung. Das heißt auch: Nicht einmal 3 von 100 Müttern oder Vätern hatten die Chance, berufstätig zu sein, wenn sie ihr Kleinkind nicht privat unterbringen konnten.

Erklärtes Ziel der Bundesregierung: 230.000 neue Betreuungsplätze für Kleinkinder

Die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt. Das Tagesbetreuungsausbaugesetz – kurz TAG genannt – sieht schrittweise einen Ausbau der Tagesbetreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren vor. Bis zum Jahr 2010 sollten 230.000 neue Kinderbetreuungsplätze entstehen, in Krippen und Kitas – aber auch bei Tageseltern.

Nach Einschätzung des Bundesfamilienministeriums schreitet der Ausbau der Kinderbetreuung derzeit gut voran: „Mit einer Betreuungsquote bei unter Dreijährigen von 23,1 Prozent (West 17,4 Prozent, Ost 48,1 Prozent – jeweils ohne Berlin; 2009: insgesamt 20 Prozent) hat der Ausbau inzwischen in allen Bundesländern an Dynamik gewonnen. Rund 472 000 Kinder unter drei Jahren wurden im März 2010 in Deutschland in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Dies entspricht einem Anstieg um 53 000 Kinder beziehungsweise 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“(1)

Vom Lückenbüßer zum etablierten Vollzeitberuf

Bis zum Jahr 2013 soll es – laut Familienministerium – für jedes dritte Kind einen Betreuungsplatz geben. Ein Drittel dieser neuen Plätze sollen in der Kindertagespflege geschaffen werden. Ziel der Bundesregierung ist es, die Kindertagespflege in Zukunft als Beruf attraktiver zu machen. Dazu gehört neben der Qualitätssicherung der Betreuung auch die Anerkennung der Kindertagespflege als Vollzeitjob mit angemessener Vergütung.

Die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und Tagesväter wird also nicht nur Lückenbüßer sein, so lange bis die erforderliche Anzahl der staatlichen Betreuungseinrichtungen erreicht ist. Vielmehr kommt die familiennahe Betreuung der Kleinkinder durch Tagesmütter und -väter dem tradierten Verständnis von optimaler frühkindlicher Erziehung entgegen. Die Tageseltern können im Familienumfeld auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen von Kind und Kindeseltern eingehen. Die Perspektiven für einen Ausbau der Tagespflege sind also sehr gut, und der Beruf Tagesmutter/Tagesvater wird sich mehr und mehr etablieren.

Qualifizierung in der Kindertagespflege

Mit einem Gütesiegel für Bildungsträger will das Bundesministerium für Familie die Qualifizierung von Tagesmüttern und Tagesvätern – und damit die Qualität der Betreuung – sichern. Qualifizierungskurse sollen sich am fachlich anerkannten Standard des Curriculums des Deutschen Jugendinstituts orientieren. Dieses sieht einen Umfang von 160 Stunden vor.

Sie spielen mit dem Gedanken Tagesmutter oder Tagesvater zu werden? Welche Anforderungen Sie im Einzelnen erfüllen müssen, sollten Sie vorab im Gespräch mit der jeweils zuständigen Behörde vor Ort klären.

Der Lehrgang „Kindererziehung“ der Hamburger Akademie für Fernstudien vermittelt Ihnen in jedem Fall die pädagogischen und entwicklungspsychologischen Grundkenntnisse, die Sie zur kompetenten Kinderbetreuung gebrauchen können. Gut verständlich und praxisorientiert. Fordern Sie hier unverbindlich und gratis Informationen über den Lehrgang an.

(1) zitiert nach: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Gute Kinderbetreuung“. Den vollständigen Artikel vom 7.2.2011 können Sie hier nachlesen: www.bmfsfj.de

Weitere interessante Informationen zum Thema Kindertagespflege finden Sie unter:
www.vorteil-kinderbetreuung.de (existiert nicht mehr)
www.bmfsfj.de

 

Kindererziehung

Nie zuvor war die Verunsicherung über Erziehung größer als heute. Gerade weil wir alles richtig machen wollen, sind wir orientierungsloser denn je.