3. Demokratischer Erziehungsstil: „Wir entscheiden gemeinsam, was gemacht wird!“

Den demokratischen oder liberalen Erziehungsstil zeichnet das Miteinander von Eltern bzw. Erziehern und Kindern aus. Die Erwachsenen akzeptieren die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes, was nicht gleichbedeutend damit ist,  dass alle kindlichen Wünsche erfüllt werden.

Wichtige Entscheidungen werden gemeinsam besprochen, Alternativen werden aufgezeigt, Eigenaktivität, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein gezielt gefördert Ein ausgewogenes Verhältnis von Freiheit und Autorität ermöglicht Lenkung im Sinne von vernünftiger Orientierung. Wärme, hohe Akzeptanz und Einfühlungsvermögen fördern eine vertrauensvolle Beziehung. Der demokratische Erziehungsstil zielt auf einsichtiges Handeln und gegenseitige Wertschätzung.

Merkmale des demokratischen Erziehungsstils:

  • Hohe Akzeptanz des Kindes
  • Emotionale Zugewandtheit
  • Toleranz
  • Ermutigung
  • Wertschätzung des Kindes als Person
  • Erklärungen statt Anweisungen und Befehle
  • Setzt Grenzen im Sinne von „Freiheit ist immer auch die Freiheit der anderen“
  • Zielt auf Verständnis und Einsicht

Auswirkungen des überwiegend demokratischen (liberalen) Erziehungsstils:

  • Die Kinder weisen Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und emotionale Stabilität auf
  • Die Kinder zeigen eine eher hohe Leistungs- und Lernbereitschaft
  • Die Kinder entwickeln soziale Kompetenzen
  • Die Kinder entwickeln Kritikfähigkeit und Kompromissbereitschaft

Von allen Erziehungsstilen hat sich der überwiegend demokratische/liberale Stil als der förderlichste für die kindliche Entwicklung herausgestellt. Weniger förderlich sind der autoritäre und der antiautoritäre Stil. Das belegt auch die Shell Jugendstudie 2006:

„Autokratische und wenig beteiligungsorientierte Erziehungsstile, die häufig mit Schlägen und Gewalt in der Familie verbunden sind, finden sich genauso wie ein ungeregelter Medienkonsum signifikant häufiger bei den Jugendlichen, die berichteten, in gewaltsame Auseinandersetzungen verwickelt gewesen zu sein.“ (1)

Da kaum ein Erziehungsstil in Reinform vorkommt, seien hier noch Verhaltensweisen genannt, die – unabhängig von den konkreten Erziehungsstilen – als nicht förderlich für die kindliche Entwicklung gelten:

Nicht förderlich für die Entwicklung des Kindes sind:

  • Inkonsequenz und Uneinigkeit der Eltern/Erzieher
  • Keine, mangelnde oder unklare Grenzsetzung durch Eltern/Erzieher
  • Vernachlässigung, Zurückweisung und Desinteresse
  • Überfürsorge oder Verwöhnung
  • Über- und Unterforderung
  • Verplanung des Kinderalltags durch ein raumgreifendes Bildungsprogramm

(1) 15. Shell Jugendstudie 2006, www.shell.com/home/content/de-de/society_environment/jugendstudie/2006/dir_jugendstudie.html

 

Kindererziehung

Nie zuvor war die Verunsicherung über Erziehung größer als heute. Gerade weil wir alles richtig machen wollen, sind wir orientierungsloser denn je.

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