Wachstumsmarkt Immobilien – der Markt macht mobil

Auch in Deutschland ist der Immobilienmarkt seit jeher ein verlässlicher Spiegel wirtschaftlicher Trends und konjunktureller Entwicklungen. So wundert es nicht, dass bereits 2007 die nahezu hektische Dynamik an den europäischen Immobilienmärkten auch hierzulande ihren Widerhall fand. Allein in den ersten sechs Monaten betrug das Volumen bei Transaktionen gewerblicher Immobilien stolze 27 Milliarden Euro – eine Steigerung von satten 36 Prozent gegenüber dem gleichem Vorjahreszeitraum.

Treiber dieser stetigen Nachfrage war dabei wieder in stärkerem Maße die Investorenseite. Deutschland, so der Immobilien-Experte Claus Thomas von LaSalle Investment Management in der „Süddeutschen Zeitung“, „hat sich als einer der größten Immobilienmärkte Europas einen festen Platz in den Portfolios internationaler institutioneller Investoren erorbert.“ Und neuerdings stehen neben klassischen Finanzinvestoren auch offene Fonds und neue, kaufkräftige Investoren aus dem Nahen und Mittleren Osten in den Startlöchern.

Sicher ein Grund dafür: Der Markt hierzulande befindet sich noch am Anfang eines Aufschwungs – in anderen europäischen Ländern ist der Immobilien-Zyklus schon wesentlich weitergeschritten. Während bei unseren Nachbarn der Immobiliensektor bereits seit längerem kräftig geboomt hatte, gingen Inlandsnachfrage und Bautätigkeit in Deutschland stetig zurück. Ja, im europäischen Vergleich nahm die Wertentwicklung deutscher Immobilien über mehr als 10 Jahre den letzten Platz ein. Deshalb auch stagnierte bis ca. 2005 das Preisniveau in der Regel – und gehört daher heute zu den attraktivsten in Europa. Mit der zusätzlichen Schubkraft des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland konnte sich so eine dynamische Nachfrage entwickeln – die Trendwende am heimischen Immobilienmarkt war eingeleitet. Sie setzt sich auch nach der Erholung von der Finanzkrise fort.

Zur Lage der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland 2010

Der „Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland“ vom 28.02.2010 weist die Immobilienbranche als wichtige Wachstumsbranche aus und betont deren große Bedeutung für die Volkswirtschaft. Die Wohnungswirtschaft in Deutschland habe in der Finanzkrise einen stabilisierenden Einfluss auf die Gesamtwirtschaft ausgeübt – ganz im Gegensatz zur Immobilienwirtschaft der USA, die ja bekanntlich als Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 gilt.

Es wirke sich positiv aus, dass es in Deutschland keine spekulativen Übertreibungen und keine Immobilienpreisblase gegeben habe. Grund für diese positive Entwicklung sei das deutsche traditionell solide Finanzierungssystem mit Bausparverträgen und Festzinshypotheken. Ebenfalls bewährt habe sich das Fehlen eines Suprimemarktes. (Subprimemarkt bezeichnet den privaten Hypothekendarlehensmarkt, der aus Kreditnehmern mit geringer Bonität besteht.)

Die Wohnraumversorgung in Deutschland sei gut – so Bundesbauminister Peter Ramsauer, der den Bericht des Bundeskabinetts der Öffentlichkeit vorstellte. Allerdings seien starke regionale Unterschiede festzustellen. So könne es in dynamischen Ballungsräumen wie München, Köln oder Stuttgart zu Wohnungsengpässen kommen. Dies bestätigt auch die Wohnraummarktprognose 2025 des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung.
Quelle: BAULINKKS.de-Baunachrichten

Link: BBSR-Wohnungsmarktprognose 2025 (existiert nicht mehr)

Rekordleerstände bei Büroimmobilien

Auch der Rat der Immobilienweisen gibt in seinem Frühjahrsgutachten 2010 Entwarnung. Das Gremium wurde 2003 von der Immobilien Zeitung gegründet und setzt sich aus Vertretern unabhängiger Forschungsinstitute wie BulwienGesa, Gfk, GeoMarketing und empirica zusammen. Im Frühjahrsgutachten 2010 gehen die Experten „von drastisch steigenden Leerständen an den deutschen Büromärkten aus. Verantwortlich dafür sei ein Rückgang der Zahl der Bürobeschäftigten bei gleichzeitiger Zunahme der Fertigstellung von Bürogebäuden. „Demnach werde die Zahl der Bürobeschäftigten nach einem leichten Zuwachs von 0,12% im Jahr 2009 in diesem Jahr um 2,0% oder 270.000 Personen auf knapp 12,7 Mio. sinken. Gleichzeitig steigt das Fertigstellungsvolumen im Neubau in den sieben wichtigsten Bürostandorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) 2010 um 16,3% auf knapp 1,15 Mio. qm, den höchsten Wert seit fünf Jahren.“ Ein Leerstand von 8,75 Mio qm Bürofläche in den großen Metropolen sei die Folge. „ Mit Ausnahme von Berlin und Frankfurt werden alle wichtigen Bürostandorte voraussichtlich neue Rekordleerstände zu verzeichnen haben, wobei Frankfurt mit 19,1% (2009: 17,4%; 2008: 15,7%) die mit Abstand höchste Leerstandsquote aufweisen wird. In der Bankenmetropole wird demnach dieses Jahr fast jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche leer stehen.“
Zitiert nach dem Artikel von Britta Kriechel: Rat der Immobilienweisen … auf news.immobilienscout24.de

Keine Wohnungsnot in Sicht

Entgegen anderslautender Veröffentlichungen sei die Sorge vor einer neuen Wohnungsnot völlig unbegründet – so die Immobilien-Weisen. Nachdem die Wohnimmobilienpreise in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien, steigen sie wieder auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Eine gute Nachricht für die Eigentümer von Wohnimmobilien. Harald Simons, Vorstand von empirica, ist der Meinung, dass das Jahr 2009 den unteren Wendepunkt des Wohnungsmarktzyklus markiert hat. „Die Wirtschaftskrise habe die Trendwende auf dem Wohnungsmarkt zwar möglicherweise abgeschwächt, aber nicht verhindert. Bei der Erholung handele es sich auch nicht um eine "Flucht in Sachwerte" aus Inflationsangst, da die fundamentalen Werte bereits seit über einem Jahr auf eine Trendwende hindeuten. "Dies bedeutet, dass die Erholung nicht nur vorübergehender Natur ist.“ Die angesichts der auf einen Rekordtiefststand gefallenen Fertigstellungszahlen immer wieder geäußerte Angst vor einer Wohnungsnot oder einer Wohnungsverknappung sei mit Ausnahme einzelner Regionen wie München, Freiburg oder Heidelberg unbegründet, betont Simons.“

Den vollständigen Bericht von Britta Kriechel über das Frühjahrsgutachten 2010 können Sie hier nachlesen: http://news.immobilienscout24.de

 

Immobilien

Immobilienmakler und Immobilienfachwirt – die qualifizierte Ausbildung und Weiterbildung eröffnet neue Berufschancen und Perspektiven in diesem Zukunftsmarkt. Immobilien sind in, die Immobilienbranche boomt, der Bedarf an kompetenten Beratern steigt.