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Der literarische Blog der Schule des Schreibens -


16. Mai 2012

Georg-Büchner-Preis für Felicitas Hoppe

Denis Scheck, der Literaturkritiker, der in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ so gern Bücher in die Tonne wirft, wird sich freuen: Felicitas Hoppe bekommt den hochdotierten Büchner-Preis (50.000 Euro).

Immerhin sagt Denis Scheck: „Die schönste und intelligenteste Prosa Deutschlands schreibt Felicitas Hoppe.“
Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte, kann den tragikomischen Künsterroman „Hoppe“ von Felicitas Hoppe lesen, der bei S. Fischer erschienen ist.

Hier ein kurzer Auszug aus dem Klappentext:

„‘Hoppe‘ ist keine Autobiographie sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt.“

(Oops, so viel “Hoppe” sage ich sonst nur, wenn ich mit kleinen Kindern zusammen bin, aber das will ich hier nicht weiter ausführen, denn es ist dem Büchner-Preis nun wirklich nicht angemessen)

Weitere Büchner-Preis-Träger Hier klicken

9. Mai 2012

Auf der Suche nach e-Book-Würmern

Quietsch! Die S-Bahn ruckelt los.
Ich suche mir einen Platz mit guter Übersicht und zücke meine Strichliste.
Eine wichtige Statistik steht an, ich will herausfinden, wer das Rennen macht: das e-Book oder das gute alte Buch mit vielen Seiten?

Zwei Spalten habe ich also: e-Book / richtiges Buch.

Die S-Bahn hält. Ein junges Mädchen steigt zu.
Sie hat den Zeigefinger als Lesezeichen zwischen die Seiten ihres Romans geklemmt. Akkurat male ich den ersten Strich in die Spalte fürs richtige Buch.

Ich halte weiter Ausschau. Zeitungsleser übersehe ich geflissentlich, sie sind uninteressant. Heute geht es nur um die Frage: Bücherwurm oder e-Book-Wurm?

Ein Mann mit Buch! Zweiter Strich. Dann eine ältere Dame. Mit Krimi von Agatha Christie, wie schön! Dritter Strich.

Weit und breit kein Kindle oder anderes Lesegerät zu entdecken.
Am Hauptbahnhof kann ich gar nicht so schnell die Striche für „richtiges Buch“ malen, wie ich Wartende mit Büchern sehe.
Aber wo sind die e-Book-Würmer? Zu Hause? In der Fernbahn? Am Strand?

Nach zwei Stunden Suche gebe ich auf. Kein e-Book-Wurm gesichtet.

Die Buchhändler dürfen aufatmen, noch ist das gute alte Buch nicht verdrängt.

26. April 2012

Heute: Welttag des geistigen Eigentums

Fast hätte ich vergessen, welcher wichtige Tag heute ist.
Wie konnte es nur passieren?
Dabei habe ich ihn doch rot angestrichen, den 26. April. In meinem Kalender.

Eben erst habe ich einen Blick hineingeworfen, gerade noch rechtzeitig.

Autoren, aufgemerkt: Heute ist der Welttag des geistigen Eigentums.
Er erinnert an das Urheberrecht. Jawohl!

Seit dem Jahr 2000, als er zum ersten Mal von der Weltorganisation für geistiges Eigenturm (WIPO) ausgerufen wurde, erinnern wir uns am 26. April daran, dass geistiges Eigentum schützenswert ist.

Nicht vergessen!

15. April 2012

Es war einmal …

Wie war das noch mit Schneewittchen und Dornröschen?
Und wie ging eigentlich der Spruch von Rumpelstilzchen weiter?
“Heute back ich, morgen brau ich und übermorgen …?”

Wer schnell mal ein Märchen sucht, sei es ein klassisches oder vielleicht auch einmal ein neues, noch unbekanntes, der wird hier fündig: 1000 Märchen!

Die Brüder Grimm sind vertreten, Hans Christian Andersen … und viele andere mehr.

Das Besondere an dieser Seite: Wer sich selbst ein spannendes Märchen ausdenkt, kann es auf dieser Website veröffentlichen.
Einfach auf „Märchen hinzufügen“ klicken.

Besonders im Urlaub, wenn kein dickes Märchenbuch zur Hand ist, kann diese Seite an Regentagen oder abends, wenn Ruhe einkehrt, ein schneller Helfer in der Not sein, wenn die Kinder rufen: „Erzähl mir eine Geschichte!“

5. April 2012

Momentaufnahme aus Hamburg

Manchmal blättert man in einem Buch und liest einen Satz. Und er passt. Absolut.
Genau das passiert mir gerade jetzt, in diesem Augenblick.
Ich sitze bei Thalia in der Europa-Passage und lese „Liebesbriefe großer Männer“, erschienen im Piper Verlag.

Ludwig van Beethovens Liebesbrief an die „Unsterbliche Geliebte“ habe ich gerade beendet.
Ich schaue hinunter auf die Alster. Eine Möwe segelt ganz nah am Fenster vorbei.

Ich blättere weiter …

Und was lese ich, rein zufällig im Brief von John Lennon an Cynthia Powell?

„Morgen haben wir frei, weil Karfreitag ist …“

Der Brief trägt als Absender „Star Club, Große Freiheit 39, Altona – Hamburg“ und ist vom April 1962.

Tja, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Morgen haben wir frei, weil Karfreitag ist …

28. März 2012

Reiseliteratur – Schritt für Schritt

Da steht man plötzlich an einem fremden Ort und möchte festhalten, was man alles wahrnimmt und erlebt. Aber wie?

Schauen wir doch einfach einmal in Hanns-Josef Ortheils Band „Schreiben auf Reisen.“ aus der Dudenreihe „Kreatives Schreiben“!

Auf keinen Fall auf kariertem Papier oder mit Kugelschreiber!

Ja, wirklich! Da ist Hanns-Josef Ortheil streng mit seinen Schreibanfängern. Begründen tut er es nicht. Aber das muss er auch gar nicht, denn die Dudenreihe „Kreatives Schreiben“ hält einen Band in derselben Aufmachung wie die Leerbücher bereit. Mit abgerundeten Ecken, leeren weißen Seiten. Mit Lesebändchen und Stiftschlaufe. Wenn das nicht Lust macht aufs Notieren und Skizzieren!

Damit die Lektüre des eigenen Reisetagebuchs anschließend nicht enttäuschend ist, gibt Ortheil seinen Schülern Einblick in verschiedene Methoden der Aufzeichnung.
Er befragt dazu die schon vorhandene Reiseliteratur.

Wir finden also, genau wie in den anderen Bänden dieser hilfreichen Reihe, jede Menge Ausschnitte aus den Büchern der Großen und viele Schreibprojekte.

Das Feine an diesen Projekten: Man muss nicht bis zur nächsten Reise warten, sondern kann die Tipps schon zu Hause erproben.
Auf Spaziergängen und Wanderungen. Sie dienen als Vorübung und Aufwärmtraining. Sogar in der eigenen Wohnung lässt sich ein Erkundungsgang einplanen.
Da gibt es nur eins: Ran an die Bleistifte und Füller!
Vielleicht wird ja schon der Osterspaziergang schriftlich festgehalten?
Link zur Dudenreihe

23. März 2012

Moderner Schreibfluss: getwittert und gepostet

Elektrisiert stellt man bei der Lektüre des Buches „Schreiben unter Strom.“ fest: Ob Twitteratur, Blogs oder E-Mail-Romane: Das Netz und die modernen Geräte haben angehenden Autoren viel zu bieten.
Wie man kreativ damit umgehen kann, zeigt der Autor des kleinen Bandes, Stephan Porombka, anhand einer Fülle von Möglichkeiten.

Auch hier, wie in allen anderen Büchern der Dudenreihe „Kreatives Schreiben“ gibt es Beispieltexte, Projekte und viele Schreibaufgaben.

Das Buch beginnt gleich mit einer Überraschung: Wir starten nicht etwa mit dem iPod oder Handy, nein, es geht los mit Goethe!
Sein Haus am Weimarer Frauenplan dient als mögliches Vorbild für die eigene digitale Werkstatt.

Wie soll das denn gehen?, denkt jetzt vielleicht so mancher Leser.
Ganz einfach: Goethes Haus mit den vielen Zimmern ist im Buch als Grundriss abgebildet. Ein Vorbild für einen netzwerkfähigen Computer.
Statt der Zimmer hat man verschiedene Festplatten mit Unterordnern.
Alles ist miteinander vernetzt. Das klingt kompliziert und ist auch ganz schön anspruchsvoll.
Aber keine Sorge, es gibt auch einfachere Aufgaben.

SMS-Lyrik: Man kann mit dem Handy dichten. 160 Zeichen …
Selbstinszenierung per Blog …
Bei Facebook eigene Erzählformate entwickeln …
Eine künstliche Figur erfinden, die fortlaufend Einträge schreibt …

Ob allein, zu zweit oder in der Gruppe: Es gibt viel zu entdecken!

16. März 2012

Tagebuchschreiben, aber wie?

Wer regelmäßig Tagebuch schreibt, fragt sich beim Schmökern in den eigenen Aufzeichnungen bestimmt ab und zu: Ist das nicht etwas banal, was ich da notiere? Gibt es vielleicht auch andere Möglichkeiten, mehr Struktur in mein Tagebuch zu bringen? Vielleicht wäre mal ein neuer Ansatz nötig, um wieder frisch ans Werk zu gehen?

Der Meisterkurs der neuen Dudenreihe „Kreatives Schreiben“ lädt mit dem Band „Schreiben Tag für Tag.“ von Christian Schärf mit vielen Anregungen zum Tagebuchschreiben ein.

Besonders hilfreich: Die Textprojekte und Schreibaufgaben werden durch Zitate aus Tagebüchern von weltberühmten Schriftstellern unterstützt.

Da lesen wir spontane Aufzeichnungen von Kafka und werden in der dazu passenden Aufgabe angehalten, keine vollständigen Sätze zu schreiben, sondern ebenso spontan und locker zu verfahren. Tröstlich: Es kommt nicht aufs Ungewöhnliche oder Spektakuläre an. Im Gegenteil: Wir sollen unseren Blick vor allem an Dingen schärfen, die uns vertraut sind.

In einem anderen Projekt lernen wir am Beispiel der amerikanischen Essayistin Susan Sontag, wie man eine persönliche Liste erstellt.
Die eigenen Ansichten und Meinungen sollen so knapp wie möglich aufgeschrieben werden. Eine aufregende Sache, die sicher besonders spannend gerät, wenn man sich die Mühe in verschiedenen Altersphasen macht. Ob sich die Ansichten wohl im Laufe der Zeit ändern werden? Wenn ja, in welche Richtung?
Man lernt sich schreibend selbst besser kennen …

Auch ein Lektüretagebuch, unter dem Gesichtspunkt, wie ein bestimmtes Buch aufs eigene Leben wirkt, dürfte eine interessante Aufgabe sein.

Und dann erst das Schreibprojekt Nummer 20! Titel: „In my secret life“, das Tagebuch als Schatzkammer des intimen Lebens. Geheime Wünsche, die niemand sonst lesen oder hören sollte?
So manch ein erwachsener Tagebuchschreiber wird sich dabei bestimmt an seine allerersten Anfänge des Tagebuchschreibens erinnern. Damals, als die Aufzeichnungen im Tagebuch streng geheim waren und für niemanden gedacht, als für den Schreiber selbst …

Wie man in diesem kleinen Band herausfinden kann, gibt es die unterschiedlichsten Impulse, Tag für Tag zu schreiben. Man muss es nur tun. Anregungen findet man in Hülle und Fülle. Dazu ein Literaturverzeichnis am Schluss, das Lust macht, sich weiter mit den zitierten Autoren und ihren Tagebüchern zu befassen.

Hier ein Link zur Dudenreihe.

10. März 2012

Inspirierende Schreibverführer von Duden

In diesem Monat möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Duden-Reihe „Kreatives Schreiben“, lenken. Die kleinen Bände, herausgegeben von Hanns-Josef Ortheil, sind hervorragend dazu geeignet, Rituale fürs tägliche Schreiben zu finden.

Momentan begleitet mich der Titel: „Schreiben dicht am Leben.“ Mit diesem Band beginne ich meinen Selbstversuch.

„Kein Lehrbuch mit Geboten und Regeln“, steht hinten auf dem Umschlag, „sondern ein breites Spektrum kreativer Ansätze zum Ausprobieren.“
Ausprobieren, genau das tue ich. Ich bin eine Webcam und fange präzise Material ein. Es ist lustvoll und erbaulich zugleich.

Persönliche Kommentare oder Überlegungen gibt es bei dieser Art der Aufzeichnung nicht, dafür schärfen sich wie von selbst Blick und Wahrnehmung.
Ich suche mir einen Raum, die Wandelhalle im Hauptbahnhof. Dort setze ich mich für einige Minuten fest und nehme auf. Wie eine Webcam. Der Stift notiert, was das Auge wahrnimmt.
Auch das Ohr macht mit, zusätzlich notiere ich Gesprächsfetzen und Geräusche. Auf die spontane, rasche Niederschrift kommt es an. Kein Feilen. Kein Überlegen.

Erst später wird das Material gesichtet. Die Aufgaben des Bandes regen an, unterwegs zu sein und Stoff zu sammeln.

Aber es geht auch zu Hause! Jeden Tag einige Minuten lang genau das notieren, was einem durch den Kopf geht! Ein spannendes Erlebnis.

Der Band zeigt die unterschiedlichsten Möglichkeiten des Notierens und hat für jedes Kapitel die entsprechenden Schreibaufgaben parat. Und nicht nur das: Alle Einheiten werden durch kleine Beispiele von großen Vorbildern unterstützt, eine tolle Sache!

So lernen angehende Autoren: Auch die Großen haben mit kleinen Notizen begonnen.

22. Februar 2012

7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz

Wie in jedem Jahr, gibt es auch 2012 wieder die Aktion „7 Wochen ohne“ der evangelischen Kirche. Vom Aschermittwoch bis zu Ostern heißt es nun, auf etwas zu verzichten.

In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „ohne falschen Ehrgeiz“.
Genau das Richtige für uns Autoren, finde ich. Auf falschen Ehrgeiz verzichte ich gern.

Wenn ich zu ehrgeizig, zu selbstkritisch, zu engherzig in die Tasten haue, merke ich es meinen Geschichten schnell an. Nichts stimmt mehr.

Gute Texte schreibt man vor allem, wenn man ganz locker ans Werk geht.
Pfeifen wir also auf falschen Ehrgeiz! Zumindest 7 Wochen lang!

Wer mehr über die Aktion wissen möchte, klickt Hier